Türen dämmen, Kofferraum und Rücksitzbank dämmen | Seat Leon 5F

Mit dem Seat-Soundsystem war ich noch nie wirklich zufrieden, deshalb hatte ich schon länger die Idee, die Türen zu dämmen. Da ich mir aber unsicher war, ob es wirklich so viel bringt, konnte ich mich nicht dazu überreden.

Als dann bei kalten Temperaturen die Türverkleidungen das klappern angefangen haben, war der Startschuss für das Projekt gefallen.

Normalerweise sollte man das Fahrzeug natürlich in die Werkstatt geben um das Klappern zu beseitigen. Da ich aber wusste, dass es an den Wartungsklappen in den Türen lag, habe ich mich für die „do-it-yourself“-Variante entschieden.

Die Werkstatt macht nichts anderes, als die Wartungsklappe mit Klebeband zu fixieren. Das ist sicherlich keine dauerhafte Lösung, deshalb wollte ich es besser machen.

Ich wollte aber kein High-End-Hifi-Projekt auf die Beine stellen, deshalb habe ich auch nur mit Alubutyl und Dämmvlies gearbeitet. Letztendlich bin ich beim ABX-tra von Reckhorn (Alubutyl) und dem Dämmvlies DV-10i hängen geblieben, dass durch seine guten Bewertungen glänzt.

Hinweise

WICHTIG: Die Zündung sollte während der Arbeiten (solange nicht alle Stecker wieder eingesteckt wurden) ausgeschaltet bleiben um Fehler im Steuergerät zu vermeiden.

Benötigtes Werkzeug

Reserveradmulde dämmen

Ich habe mit der Reserveradmulde angefangen, da es sicherlich der einfachste Teil ist. Also zuerst den Subwoofer, das Notrad und die Styropor-Einlage für das Bordwerkzeug entfernt. Danach konnte es auch schon losgehen.

Die Reserveradmulde habe ich ausgesaugt und anschließend mit Eulex von Koch Chemie (Klebstoffentferner) gereinigt. Danach habe ich das Alubutyl verklebt. Um das Alubutyl an manchen Stellen besser formen zu können, habe ich den Heissluftfön zur Hilfe genommen und das Material erwärmt. Wichtig ist hierbei, dass das Material richtig gut angedrückt wird.

Damit es optisch auch nach was aussieht, habe ich mir die Einlage für die Reserveradmulde aus dem VW Golf VII (5G6863007D) besorgt. Diese hat perfekt gepasst, sodass ich lediglich 2 kleine Löcher für die Befestigung des Styropor-Einsatzes herausschneiden musste.

Anmerkung (ohne Gewähr): Laut meinen Informationen passt die Einlage aus dem VW Golf VII Variant auch für den Seat Leon ST.

Grüne Markierungen: Befestigungen für den Styropor-Einsatz

Zusammen mit der guten Dämmung, geht der Styropor-Einsatz aber sowieso nicht mehr in die Reserveradmulde. Das Notrad inkl. Subwoofer passen aber nach wie vor rein. Ich habe aber lediglich den Subwoofer verbaut, da ich mir das Gewicht sparen möchte.

Zeitaufwand: 1,5 h

Türen dämmen

Am nächsten Tag ging es weiter mit den Türen und der Kofferraumklappe. Ich entschied mich dafür, direkt alle Türverkleidungen zu demontieren, dann zu dämmen und anschließend alle Türverkleidungen wieder zu montieren.

Um die Türverkleidungen zu demontieren müssten zuerst zwei Schrauben (T25) gelöst werden. Diese befinden sich versteckt hinter zwei Abdeckungen. Diese müssen vorsichtig nach vorne heraus gehebelt werden. Ich habe es aber nicht geschafft, die obere Abdeckung (beim Türgriff) zu demontieren, ohne eine Nase abzubrechen. Die untere Abdeckung ist hingegen immer heil geblieben.

Anmerkung: Laut meinen Informationen soll es möglich sein die obere Abdeckung ohne Beschädigung zu demontieren, indem man einen Kabelbinder mittig hinter die Verkleidung schiebt und dann daran zieht.

Grüne Markierungen: Sitz der T25-Schrauben (hinter der Abdeckung)

Nachdem die Schrauben gelöst waren, konnte man mit dem Hebelwerkzeug seitlich an den Türen die Clips lösen. An der Unterseite befindet sich noch ein anderer Clip, den man durch „nach oben ziehen“ gelöst bekommt. Dadurch hat man die Innenverkleidung auch schon in der Hand, da diese dann nur noch oben bei der Fensterscheibe eingehängt ist.

Jetzt sollte man die Kabelverbindungen lösen und anschließend den Bowdenzug für den inneren Türgriff aushängen. Danach kann man die Innenverkleidung zur Seite stellen. Anschließend kann die Wartungsklappe durch leichtes ziehen entfernt werden. Die Gummimanschette, die den Bowdenzug durch die Wartungsklappe führt, sollte hier von der Wartungsklappe gelöst werden. Danach den Lautsprecher an den vier (hinten: drei) Schrauben lösen (Kabelverbindung vorher abstecken!) und abnehmen.

Die Tür ist jetzt komplett freigelegt und sollte als nächstes gereinigt werden. Wichtig ist auch, dass die komplette Feuchtigkeit aus der Innenseite der Türe (hinter der Wartungsklappe, bzw. hinter dem Lautsprecher) entfernt wird (Kondenswasser). Danach kann auch schon mit dem Dämmen begonnen werden.

Ich habe mit dem Material nicht gespart und habe an der Innenseite teilweise bis zu drei Schichten Alubutyl übereinander verklebt. Lediglich den Bereich, in dem die Mittelstrebe sitzt kann man nicht dämmen. Alles andere sollte man von innen jedoch gut dämmen. Danach die Wartungsklappe und den Lautsprecher wieder einsetzen. Anschließend habe ich die Außenseite mit einer Schicht gedämmt. Wichtig ist, dass die Bereiche in denen die Clips kommen und die zwei Gewinde für die T25-Schrauben frei bleiben. Die Türverkleidung habe ich mit Dämmvlies beklebt.

Zuletzt die Clips austauschen (ich empfehle hier alle zu erneuern) und die Kabel inklusive dem Bowdenzug wieder anschließen. Dann die Verkleidung oben am Fensterrand einhängen und den speziellen Clip an der Unterseite ebenso. Danach mit ordentlichen Schlägen die anderen Clips einrasten lassen. Zuletzt die Schrauben wieder befestigen und die Abdeckungen wieder darüber montieren.

Zeitaufwand: 4 h

Kofferraumklappe dämmen

Danach habe ich mit der Kofferraumklappe weitergemacht. Hierzu befinden sich an der Plastikverkleidung rechts und links je eine Wartungsklappe, die sich nach außen weg ziehen lassen. Anschließend muss man die Heckklappe gut festhalten und mit liebevoller Gewalt an der Kunststoff-Verkleidung ziehen.

Schraubenloses entfernen möglich – diese Verkleidung ist nur geclipst

Ich habe ein wenig Alubutyl auf das Blech des Kofferraumdeckels geklebt und die Plastikverkleidung ordentlich mit Dämmvlies beklebt (ab Werk ist schon ein wenig Dämmvlies drauf, einfach drüber kleben). Hierbei darauf achten, dass nicht zu viel Alubutyl verwendet wird, da es sonst passieren kann, dass die Heckklappe nicht mehr richtig öffnet, da sie zu schwer ist.

Die Clips, die für die Kofferraumklappe verwendet wurden, müssen nicht erneuert werden, da sie aus Metall bestehen. Alle Clips auf die Plastikverkleidung stecken und ordentlich drauf klopfen, damit diese wieder im Kofferrraumdeckel einrasten.

Zeitaufwand: 0,5 h

Rückbank dämmen

Die Rückbank habe ich gedämmt, da man den Tankinhalt beim Bremsen oft hören kann – gerade wenn der Tank nicht mehr ganz voll ist.

Die Rückbank ist nur gesteckt, somit müssen keine Schrauben gelöst werden. Zuerst hebt man die Rückbank vorne an, sodass sich die ersten beiden Clips lösen. Danach ist die Rückbank hinten noch eingehakt, somit muss man die Rückbank nach hinten drücken und leicht anheben. Anschließend muss die Rückbank vorne hochgehoben und nach vorne rausgezogen werden. Die ISO-Fix-Halterungen verbleiben im Fahrzeug (sitzen sehr stramm und halten die Rücksitzbank noch ein wenig fest), weshalb man die Abdeckungen auch nicht entfernen muss.

Ist das geschafft, kann man mit dem Dämmen beginnen. Hier sollte man die Plastikabdeckung nicht unbedingt bekleben, da man bei eventuellen Reparaturen an der Kraftstoffpumpe sonst alles wieder entfernen muss.

Anschließend die Rücksitzbank in umgekehrter Reihenfolge wieder in das Fahrzeug einbauen.

Zeitaufwand: 1 h

Ablagefächer aufpolstern

Um dem Klappern in den Türen komplett ein Ende zu setzen, habe ich mir noch vorgeschnittene Filz-Einlagen besorgt. Diese werden in die seitlichen Ablagefächer der Türen geklebt. Zu kaufen gibt es die Einlagen zum Beispiel bei FLS-Performance.

vordere Türe

Die Passgenauigkeit war super, sodass der Einbau lediglich von meinem Talent abhängig war.

hintere Türe

Außerdem habe ich mir für alle weiteren Ablagefächer (Handschuhfach, Mittelkonsole, kleines Fach links vom Lenkrad) passgenaue Samt-Einlagen mitbestellt. Diese gibt es ebenfalls bei FLS-Performance zu kaufen.

Fächer in der Mittelkonsole

Auch hier war die Passgenauigkeit super, jedoch die Klebekraft nicht ganz so gut wie bei den Filz-Einlagen. Gründliche Vorbereitung mit einem Reiniger, um die Flächen fettfrei zu bekommen, war deshalb sehr wichtig.

Handschuhfach

Zeitaufwand: 1 h

Teileliste

FLS-Performance

Soft Upgrade – Leon (5F) – Ablagefächer für FL – 43,00 € pro Stück

Soft Upgrade – Leon (5F) – Türfächer für FL (5-Türer) – 49,00 € pro Stück

Reckhorn

3x ABX-tra Alubutyl 2,5 mm – 39,99 € pro Stück

2x DV-10i Dämmvlies (2 Kartons mit je 4 Stück) – 19,95 € pro Stück

SEAT (Autohaus Reithmeier, Nürnberg)

28x 7L6868243 (Clip) – 0,71 € pro Stück

4x 4H0867260 (Clip) – 1,74 € pro Stück

4x 5J0867276 (Clip) – 0,80 € pro Stück

2x 5F0837112 (Verkleidung Türgriff oben) – 2,10€ pro Stück

2x 5F0837111 (Verkleidung Türgriff oben) – 2,10€ pro Stück

1x 5F0867196R (Verkleidung Türgriff unten) – 1,95 € pro Stück

1x 5F4867196R (Verkleidung Türgriff unten) – 1,95 € pro Stück

1x 5F0867195L (Verkleidung Türgriff unten) – 1,95 € pro Stück

1x 5F4867195L (Verkleidung Türgriff unten) – 1,95 € pro Stück

VW (Autohaus Schmid, Schwaig b. Nürnberg)

1x 5G6863007D (Teppich Reserveradmulde Golf VII) – 63,08 € pro Stück

Die angegebenen Preise habe ich beim jeweiligen (örtlichen) Händler bezahlt. Diese dienen daher nur der Orientierung.

Fazit

Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis – der Sound des Seat-Soundsystems hat sich deutlich verbessert. Die Tiefen sind deutlich präziser und neigen nicht mehr zum Dröhnen. Im Allgemeinen ergibt sich ein wesentlich harmonischeres Klangbild. Von außen ist der Unterschied aber richtig gewaltig. Wo man vorher noch das Blech scheppern gehört hat, hört man jetzt fast nichts mehr – und das was man noch hört, klingt nicht nach einem Scheppern. Wirklich gut! Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein anständiger (aktiver) Subwoofer und ein Digitaler Soundprozessor (DSP), der die Frequenz zwischen Lautsprechern und Subwoofer ordentlich trennt.

Vom Klappern der Innenverkleidungen und den Geräuschen aus dem Tank war auch (bis jetzt) nichts mehr zu hören. Ich hoffe, dass es so bleibt.

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