Hymer Ayers Rock – ein Fiat Ducato in schönem Gewand | Autoverleih Sammüller

Diesmal ging es nach Bamberg um einen Mietwagen in Empfang zu nehmen. Der Autoverleih Sammüller GmbH war mir eine absolut neue Adresse – ich war gespannt.

 

Die Anmietung

Als wir ankamen sahen wir uns selbstverständlich erst einmal um, welche schönen Fahrzeuge so vor der Türe standen. Ein Porsche Macan S, VW Golf GTI Clubsport, BMW M2 und der neue BMW X2 als 20i waren so die Highlights. Teilweise mit Bamberger Zulassung, teilweise mit Euskirchener Nummernschild – Letzteres waren Fahrzeuge des Europa-Service, damit lokale Autovermieter auch Fahrzeuge für OneWay-Mieten haben.

 

In der Station angekommen waren wir richtig überrascht, wie viele Leute hier arbeiteten. Bei der Menge an Fahrzeugen aber widerrum auch kein Wunder. Wir wurden freundlich begrüßt und dann konnte es losgehen. Durch einen technischen Defekt (kurzfristiger Ausfall des Internets) wurde die Reservierung auf der Kreditkarte über 1.000,00 € (Selbstbeteiligung im Schadensfall) nicht gebucht. Als wir schon zum Geldautomaten gehen wollten ging es dann plötzlich wieder. Somit haben wir uns diesen Weg gespart. Die voraussichtliche Miete wurde auch direkt abgebucht.

 

Das Fahrzeug stand bereits im Innenhof und war gereinigt – also bereit für die Einweisung. Für die Einweisung sollte man ca. 1 Stunde einplanen, jedoch waren wir nur ca. 1 Stunde gesamt (mit dem Anmietprozess, etc.) vor Ort, da ich mich mit dem Fiat Ducato an sich schon gut auskannte. Der Mitarbeiter erklärte uns alle Besonderheiten sehr genau und nahm sich auch Zeit für Rückfragen. Da dies mein erstes Wohnmobil war kamen doch ein paar Fragen auf. Alles in Allem war doch alles sehr simpel. Die notwendige Grundausstattung, wie z.B. eine volle 11 kg Gasflasche, Chemie für die Toilette, Wasserschlauch, Besen und Stromkabel mit Adapter, waren im Mietpreis inbegriffen. Lediglich eine Italien-Warntafel war nicht mit an Bord, jedoch hätte man auch diese für einen kleinen Aufpreis mieten können. Hatten wir aber selbst schon zu Hause.

 

Die Fakten

Vermieter: Autoverleih Sammüller GmbH

Anmietstation: Bamberg

Rückgabestation: Bamberg

Gebuchte Klasse: Ayers Rock

Erhaltene Klasse: Ayers Rock

Erhaltenes Fahrzeug: Hymer Ayers Rock – Fiat Ducato 2.3 MultiJet

Bruttolistenpreis: 60.870 €

Leistung: 150 PS

Kilometerstand bei Abholung: 669 km

Gefahrene Kilometer: 2.500 km

Verbrauch: ca. 10,5 Liter/100 km

Mietzeit: 10 Tage

Bereifung: Allwetterreifen

 

Das Wohnmobil hatte bei der Abholung erst 669 km auf dem Tacho stehen. Wir waren die zweiten Mieter auf diesem Fahrzeug erklärte man uns, was man wirklich gesehen hatte. Ein quasi fabrikneues Fahrzeug – absoluter Neuwagen-Zustand. Somit auch keine Vorschäden. Der Mitarbeiter erklärte uns noch, dass die Fahrzeuge auf einen Händler in Erlangen zugelassen sind, da die Wohnmobile am Ende der Saison zurück zum Händler gehen und verkauft werden. Dann haben wir ja Glück gehabt direkt zu Beginn der Saison zu mieten.

 

Ausstattung

 

Der Fiat Ducato – pardon – Hymer Ayers Rock hatte den 2.3 Liter Motor mit 150 PS verbaut, somit waren auch Pässe, wie z.B. der Jaufenpass überhaupt kein Problem. Die Optik fanden wir direkt ansprechend, da sowohl das Blackline-Paket (schwarze Folierung) als auch der schwarze Kühlergrill einen Kastenwagen ordentlich aufwerten. Alufelgen und LED-Tagfahrlich hätten ihm sicherlich auch sehr gut gestanden.

 

Die Ausstattung war aber trotzdem wirklich umfangreich:

Auflastung auf 3,5 Tonnen (statt 3,3 Tonnen)

Lenkrad und Schaltknauf in Leder/Multifunktionslenkrad

verstärkte Batterie

verstärkte Lichtmaschine

Aufstelldach (Maxi-Doppelbett)

Markise (Thule Omnistor)

Fahrradträger (Thule)

Abwassertank isoliert und beheizbar

Zweite Bordbatterie 95 Ah

Truma Duocontrol CS mit Crashsensor, Umschaltautomatik und EisEx

Navigationssystem mit Rückfahrkamera

 

Der Hymer fuhr genauso komfortabel wie ein Fiat Ducato Kastenwagen. Natürlich merkt man das Mehrgewicht, jedoch fährt man einen Ducato im Idealfall ja auch nicht immer unbeladen durch die Gegend. Die Möbel waren teilweise natürlich ordentlich am quietschen, gerade wenn es in den Pässen um Kurven ging – aber ich denke das ist normal. Das Fahrwerk federte Schlaglöcher ordentlich weg und die komfortablen Sitze sorgten dafür, dass man sich auf einer längeren Autobahnetappe richtig wohl fühlte.

Durch die Rückfahrkamera konnten wir auch in Wien bequem ein- und ausparken ohne dass jemand aussteigen musste. Generell finde ich Kastenwagen wesentlich übersichtlicher als jeden PKW – bedingt durch die höhere Sitzposition und die fast riesigen Spiegel. Das 5,40 Meter lange Reisemobil fanden wir zu zweit auf jeden Fall ideal. In Wien mussten wir des Öfteren quer einparken und waren begeistert, da das Fahrzeug perfekt reingepasst hat ohne überzustehen. Das wäre mit der 60 cm längeren Variante so nicht möglich. Auch beim Abbiegen merkt man die Länge dann doch enorm, so muss man beim längeren Modell schon mehr aufpassen nicht irgendwo hängen zu bleiben.

Dass dieses Modell auch mit dem Aufstelldach versehen war empfanden wir als einen großen Vorteil, so wurde es im unteren Bereich nie zu eng, da das hintere quer eingebaute Bett hochgeklappt bleiben konnte. Somit konnte man bis hinten an die Tür stehen. Zu viert wird dieses Wohnmobil aber schon richtig eng – das haben wir bei unseren Platznachbarn in Kaltern am See gesehen. Diese waren zu viert, jedoch waren selten alle vier Personen im Wohnmobil. Wenn es ans Essen machen ging, saß immer min. eine Person außen und bereitete vor. Bei passendem Wetter sicherlich kein Problem, wenn es aber regnet oder richtig schön kalt ist würde mir das keinen Spaß mehr machen.

Die Betten waren beide ordentlich komfortabel und mit vernünftigen Matratzen ausgestattet. Wir haben insgesamt nur einmal unten im Querbett geschlafen, da es dort wesentlich enger zugeht (ca. 1,20 x 1,90 m). Die Länge wird durch die Breite des Ducatos begrenzt, somit habe ich gerade so reingepasst – angenehm ist wirklich etwas anderes. Meine Freundin hatte keine Probleme, obwohl sie auch relativ groß (1,73 m) ist. Nach oben ging es mit einer zusammensteckbaren Aluminiumleiter. Im oberen Bett war dann aber auch richtig viel Platz (ca. 2,00 m x 1,30 m). Von den Temperaturen wurde es oben auch ein wenig kälter, da sich seitlich nur Zeltstoff befand. Einen Heizschlauch gibt es optional zu bestellen um die Luft von der Heizung direkt nach oben zu leiten.

Von der Qualität her gehörte der Hymer Ayers Rock sicherlich zu den besseren Modellen – ich kann aber keine Aussage zur Qualität treffen, da mir der Vergleich zu den günstigeren Modellen fehlt.

Der Verbrauch lag bei uns im Schnitt bei ca. 10,5 Litern auf 100 km. Geht voll in Ordnung, wenn man bedenkt, dass der Hymer in dieser Ausstattung mit 2 Personen an Bord knapp drei Tonnen auf die Waage bringt.

 

Fazit zum Fahrzeug:

Es steckt halt ein Ducato in ihm – meiner Meinung nach ist der Fiat Ducato Preis-Leistungs-Sieger wenn es um Kastenwagen geht. Das Fahrzeug ist ein Allrounder mit Kompromissen beim Platz – jedoch hat Hymer hier alles richtig gemacht und das Fahrzeug als Ergänzung mit optionalem Ausstelldach angeboten. Das unterscheidet Hymer auch von vielen anderen Wohnmobilherstellern, die das nicht anbieten.

 

Die Fahrt

Eigentlich war geplant, dass wir erst am nächsten Tag losfahren, jedoch hat alles so reibungslos geklappt, dass wir am Nachmittag mit dem Wohnmobil zu Hause eingetroffen sind. Nachdem der Hausrat eingeräumt war, fuhren wir auch direkt los. Somit waren wir am Abend am Chiemsee und hatten am nächsten Tag mehr Zeit.

Unsere ungefähre Reiseroute:

Hinzu kamen natürlich noch die Fahrten von und nach Bamberg, außerdem ein paar Fahrten um die Gegend zu erkunden. Wir verbrachten so grob jeden zweiten Tag auf einem Campingplatz und die anderen Tage auf Übernachtungsstellplätzen, da man mit dem Reisemobil jederzeit autark leben konnte.

Da das hier ein Bericht über das Fahrzeug sein soll, beschränke ich mich hier auf die Route. Ein paar Impressionen gibt es trotzdem:

(Jaufenpass)

 

(Kalterer See)

 

(Rauf gehts! – Hoch zur Gsengscharte)

 

(endlich oben angekommen)

 

Die Rückgabe

Als wir wieder zu Hause waren haben wir das Wohnmobil in einer SB-Waschbox noch ordentlich gewaschen und von innen gesäubert. Danach ging es wieder nach Bamberg zur Rückgabe.

Wir haben das Fahrzeug natürlich wieder im Neuwagen-Zustand zurückgebracht und es sogar geschafft ganz genau 2.500 km zu fahren. Das nenne ich mal optimal ausgenutzt.

Sofern es nächstes Jahr wieder so ein tolles Angebot gibt, bin ich gerne bereit den Weg nach Bamberg in Kauf zu nehmen. Wahrscheinlich würde ich aber die Nummer länger ausprobieren (Hymer Grand Canyon) wollen.

Alles in Allem ein sehr toller Urlaub, den wir sehr genossen haben.

Vielen Dank an den Autoverleih Sammüller GmbH für so ein tolles Fahrzeug zum günstigen Preis!