BMW 440i Cabrio | Sixt Nürnberg-Höfen

Da ich seit längerer Zeit schon keinen Mietwagen mehr hatte, war es an der Zeit mal wieder etwas zu mieten. Ich habe mit einer Woche Vorlauf eine LWAR-Buchung bei der Station Sixt Nürnberg-Höfen eingespielt. Ich hatte im Bemerkungsfeld den Wunsch nach etwas sportlichem geäußert, wie z.B. einem BMW 440i.

Anmietung

Überraschenderweise erhielt ich am Tag vor der Abholung einen Anruf aus der Station zur Besprechung der Miete. Ist mir so noch nie passiert, finde ich aber super! Wir haben uns auf einen BMW 440i Cabrio geeinigt. Zur Auswahl wäre auch ein BMW 540d als Limousine gestanden, alternativ ein klassengerechter BMW 530d Touring. Da habe ich mir die Chance natürlich nicht entgehen lassen und zum sportlichen Fahrzeug mit Benzinmotor gegriffen.

Bei der Abholung wurde ich von einer sehr freundlichen RSA empfangen, die ich schon von der Station Nürnberg-Zentrum kannte. Kurzer Smalltalk, Vertrag erstellt und ab ging die Post. Im wahrsten Sinne des Wortes!

Fakten

Vermieter: Sixt

Anmietstation: Nürnberg-Höfen

Rückgabestation: Nürnberg-Höfen

Gebuchte Klasse: LWAR

Erhaltene Klasse: LTAR

Erhaltenes Fahrzeug: BMW 440i Cabrio (Sport-Line)

Bruttolistenpreis: 76.710,00 €

Leistung: 326 PS

Kilometerstand bei Abholung: 3.202 km

Gefahrene Kilometer: 1.579 km

Verbrauch: ca. 14,6 Liter/100 km

Mietzeit: 4 Tage

Bereifung: Sommerreifen auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen

Ausstattung

Von der Ausstattung her war ich wirklich zufrieden. Die wichtigsten Features waren mit an Bord wie zum Beispiel das für mich unverzichtbare Navigationssystem „Professional“, die Sport-Automatik und das Open-Air-Paket. In Verbindung mit dem Reihensechszylinder ein perfektes Fahrzeug. Lediglich das M-Paket hätte man – der Optik zuliebe – noch bestellen können. Aber natürlich meckern auf hohem Niveau.

Hier die Ausstattung:

  • Ausstattungslinie: Sport-Line
  • Fernlichtassistent
  • Head-Up-Display
  • Adaptive LED-Scheinwerfer
  • Komfortzugang
  • Navigationssystem Professional
  • Wireless Charging
  • Alarmanlage
  • Harman-Kardon-Soundsystem
  • Nackenheizung
  • Lenkradheizung
  • Windschott (war leider nicht im Fahrzeug)

Exterieur

Von außen finde ich den BMW 440i in der Sport-Line Ausführung recht unscheinbar. Sieht man ihn im Rückspiegel könnte man auch meinen, es wäre ein BMW 420i.

Von hinten zeigt er auch einem Laien, dass hier ordentlich Kraft unter der Haube steckt. Die markante Duplex-Abgasanlage signalisiert, dass man sich mit ihm besser nicht anlegen sollte.

Interieur

Im Innenraum findet man sich schnell zurecht, gerade wenn man schon einmal in einem BMW gesessen ist. Der Innenraum ist übersichtlich gestaltet und fahrerorientiert ausgerichtet.

Ein großer Minuspunkt waren für mich die Sitze, da sie mit dem „Leder Dakota“ bezogen waren. Bei solch einem Premium-Fahrzeug würde ich mir einfach eine bessere Materialgüte wünschen. Gerade in Mietfahrzeugen sieht man durch die etwas höhere Beanspruchung wie schnell sich das Leder verfärbt und teilweise Falten wirft. Vom Anfassen überzeugt es mich auch überhaupt nicht, da ich eher der Fan von glattem Leder bin. Das BMW Individual Leder kann mich hingegen voll überzeugen – war hier jedoch nicht verbaut.

Das verbaute Serien-Lenkrad finde ich außerdem nicht wirklich schön – hier würde ein Individual-Lenkrad oder ein M-Sportlederlenkrad wesentlich besser aussehen und den Gesamteindruck nicht unwesentlich erhöhen.

Infotainment

An Bord des BMW 440i war das Navigationssystem „Professional“, welches mit einem großen Bildschirm und einem iDrive Touch Dreh-Drück-Steller aufwartete. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich einen BMW ohne das Navigationssystem „Professional“ schon ungern fahre – unabhängig vom Motor. Das Infotainment lässt sich BMW-typisch super einfach über einen Dreh-Drück-Steller bedienen, der zusätzlich noch eine Touch-Funktion hat, sodass man auch einzelne Buchstaben einfach aufmalen kann.

Eine andere Möglichkeit das System zu bedienen ist durch direkten Druck auf das Display via Touchscreen was ausgesprochen gut funktioniert. Eingaben werden sehr flott verarbeitet und umgesetzt. Alternativ kann das System durch Sprachbedienung bedient werden, was bei offenem Verdeck nicht immer funktionierte, aber an sich einwandfrei von statten ging.

Den Splitscreen-Modus nutze ich auch sehr gerne, der natürlich mangels ausreichend großem Display, ausschließlich dem Navi „Professional“ vorbehalten ist. Damit lässt sich zum Beispiel das Menü „Reise-Bordcomputer“ neben dem Navigationssystem anzeigen, was ein umschalten zwischen den Menüs überflüssig macht.

Motor und Getriebe

Kommen wir zum viel spannenderen Teil des Berichts: dem Fahren!

Als ich den Motor des BMW 440i startete und der Reihensechszylinder zum Leben erwachte, hatte ich sofort ein Grinsen im Gesicht. Der Motor faucht und dreht beim Start immer ein wenig höher um auch alle Außenstehenden davon zu überzeugen, dass hier richtig Leistung unter der Haube steckt. Gerade beim Kaltstart röhrt es aus den 2 Auspuff-Endrohren ordentlich.

Der Reihensechszylinder-Benzinmotor mit Turboaufladung leistet maximal 326 PS und 450 Nm. Für mich das Highlight an diesem Fahrzeug! Der Motor dreht bei Vollgas freudig kurz vor den Begrenzer bis die 8-Gang-Wandlerautomatik im Sport-Plus-Modus den nächsten Gang reinknallt. Im Comfort-Modus kann das Automatikgetriebe aber ebenso überzeugen. Hier werden die acht Gänge durchgeschalten ohne dass man viel davon merkt.

Das Fahrzeug beschleunigt von 0 auf 100 km/h in glatten 5 Sekunden, was angesichts des hohen Fahrzeuggewichts von ca. 1.800 kg richtig flott ist. Das einzige was mich nicht wirklich überzeugen konnte ist der Sound der Abgasanlage. Diese klingt an sich nicht schlecht, wenn man als Fußgänger unterwegs ist bzw. hinter dem Auto steht. Als Fahrer bekomme ich davon aber recht wenig mit, was ich sehr schade finde. Teilweise dominiert auch der Sound vom Motor was natürlich bei einem Sechszylinder auch ganz schön ist. Jedoch hätte ich mir mehr Wiedererkennungswert gewünscht.

Fahrwerk

In schnell gefahrenen Kurven hatte der BMW 440i für meinen Geschmack zu viel Seitenneigung, jedoch muss man auch betonen, dass hier nur das Standard-Fahrwerk an Bord war. Auf der Autobahn bzw. auf längeren Strecken fühlte sich das Fahrwerk dann doch wohler und schluckte Unebenheiten wirklich sehr gut weg. Beim starken Anbremsen wurde er teilweise sehr nervös, was sicherlich auch am Fahrwerk lag. Jedoch gab das Fahrwerk jederzeit ausreichend Rückmeldung darüber wann es denn zu viel sei. Das M-Sportfahrwerk wäre für den 440i sicherlich die bessere Wahl gewesen.

Sport+-Modus

Gerade im Sport+-Modus neigt das Fahrzeug zum Übersteuern, was natürlich auch viel Spaß bereitet. Im Sport+-Modus war wirklich absolute Konzentration angesagt. Nur eine Hand am Lenkrad in Verbindung mit dem Sport+-Modus und Regen ist ein absolutes No-Go bei diesem Fahrzeug. Die Gaspedal-Kennlinie verändert sich im Gegensatz zum Sport-Modus nochmals deutlich und die Gasannahme wird empfindlicher. Das Getriebe steht jetzt in den Startlöchern richtig arbeiten zu dürfen. Drückt man dann das Gaspedal durch, schreien die Reifen nach Traktion, ehe der Fahrer ordentlich in den Sitz gedrückt wird.

V-Max

Der BMW 440i ist laut Tacho bei 260 km/h elektronisch abgeriegelt. Man merkt deutlich, dass der Motor definitiv mehr könnte aber einfach nicht darf. Auch von der Drehzahl her wäre noch genug Luft – auf dem Foto befinde ich mich noch im siebten der acht Gänge.

Cabrio-Genuss auch bei mäßigem Wetter

Durch die Nackenheizung konnte man bei 10 Grad Außentemperatur – gemütliche Fahrweise vorausgesetzt – auch mal das Dach öffnen. Der Windschott war zwar bestellt, jedoch nimmt Sixt diesen meist aus den Fahrzeugen.

Das Hard-Top konnte durch das hohe Gewicht nur unterhalb von 18 km/h geöffnet und verschlossen werden. Durch die lange Öffnungszeit von rund 20 Sekunden war ein Öffnen des Verdecks ohnehin nicht einfach so während der Fahrt möglich.

Ein großer Vorteil gegenüber einem Stoffverdeck ist die gute Geräusch-Isolierung im Innenraum. Natürlich wurde es bei knapp 260 km/h auf der Autobahn lauter als in einem 5er BMW, jedoch konnte man sich noch problemlos unterhalten.

Auch der Kofferraum wurde durch das wuchtige Dach nicht wirklich klein. So gehen eine Klappbox und zwei Kisten Getränke problemlos in den Kofferraum. Um das Dach nach dem Beladen noch öffnen zu können, muss man eine Gepäck-Trenneinrichtung herunterklappen, damit sichergestellt werden kann, dass das Dach genug Platz im Kofferraum hat. Bei sportlicher Fahrweise und geschlossenem Dach ging diese Trenneinrichtung ab und an von selbst nach oben, was dazu führte, dass sich das Dach erst wieder öffnen ließ, nachdem man diese Sicherungseinrichtung im Kofferraum wieder nach unten geklappt hat.

Verbrauch

Am Ende stand nach rund 1.600 km ein Verbrauch von 14,6 Liter auf 100 km im Bordcomputer. Für die abgerufene Leistung ein akzeptabler Wert, wie ich finde. Natürlich habe ich den BMW 440i zwischenzeitlich mit knapp 8,5 Litern auf der Landstraße bewegt, jedoch machte es dann doch mehr Spaß das Gaspedal nicht nur zu streicheln.

Fazit

BMW macht mit dem 440i eigentlich alles richtig. Ich würde die Sonderausstattung allerdings etwas anders wählen und dann wären meine Kritikpunkte auch schon beseitigt. Genug Alltagstauglichkeit beweist der BMW 440i durch einen geringen Verbrauch und ein komfortables Serien-Fahrwerk. Wird der BMW 440i artgerecht bewegt, liefert das Fahrzeug auch ordentlich ab und sorgt mit dem Sechszylinder-Motor für richtig gute Laune!

Rückgabe

Die Rückgabe erfolgte in der Station Nürnberg-Höfen ohne Beanstandungen.

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