Audi A8 50 TDI – Der Herr der vier Ringe | Sixt Nürnberg-Höfen

Anmietung

Nachdem ich erst kürzlich den BMW 750i xDrive fahren durfte und ich dem Stationsleiter direkt mitgeteilt habe, dass ich gerne auch mal einen Audi A8 oder eine Mercedes S-Klasse im direkten Vergleich fahren wollte, überraschte mich dieser sehr.

Ich habe FDMR gebucht, weil ich einfach nur ein Fahrzeug brauchte. Der Stationsleiter meinte direkt, er habe nichts an der Station, aber er weiß ja, dass ich für Überraschungen immer offen bin. Damit hatte er Recht! Also wurde ich kurzerhand von einem Mitarbeiter in einem Renault Clio zum Nürnberger Airport gefahren, um dort einen nagelneuen Audi A8 50 TDI in Empfang zu nehmen. Der Mitarbeiter hat sich auch gefreut, schließlich durfte er den Clio stehen lassen und mit einem zweiten Audi A8 zurück zur Station fahren.

Fakten

Vermieter: Sixt

Anmietstation: Nürnberg-Höfen

Rückgabestation: Nürnberg-Höfen

Gebuchte Klasse: FDMR

Erhaltene Klasse: XDAR

Erhaltenes Fahrzeug: Audi A8 50 TDI quattro

Bruttolistenpreis: 127.050,00 €

Leistung: 286 PS

Kilometerstand bei Abholung: 20 km

Gefahrene Kilometer: 1.614 km

Verbrauch: ca. 8,7 Liter/100 km

Mietzeit: 7 Tage

Bereifung: Sommerreifen auf 20-Zoll-Leichtmetallfelgen

Ausstattung

Die Ausstattung war mehr als gut. Der Basispreis des Audi A8 50 TDI liegt bei 94.000,00 €. Dieses Modell hier hatte aber einen Listenpreis von 127.050,00 €, was im Umkehrschluss bedeutet, dass eine Sonderausstattung im Wert von rund 33.000,00 € an Bord ist.

Nachfolgend die genaue Ausstattungsliste:

  • Außenfarbe: Monsungrau Metallic
  • Sport-Exterieurpaket
  • Leichtmetallräder im 10-Parallelspeichen-Design, kontrastgrau, teilpoliert, Größe 9 J x 20, mit Reifen 265/40 R 20
  • HD Matrix-LED-Scheinwerfer und OLED-Heckleuchten
  • Sonnenschutzrollos elektrisch für die Heckscheibe und die hinteren Seitenscheiben
  • adaptive Scheibenwischer mit integrierten Waschdüsen
  • Frontscheibe in Klimakomfort- und Akustikverglasung, drahtlos, beheizbar
  • Komfort-Individualkontursitz-Paket in Sportoptik (mit Massagefunktion und Sitzbelüftung vorne)
  • Doppelspeichen-Lederlenkrad mit Multifunktion, Schaltwippen und Lenkradheizung
  • obere Dekoreinlagen Holz Nussbaumwurzel naturell
  • Air-Quality-Paket (Ionisierung und Aromatisierung)
  • Standheizung/-lüftung
  • Servoschließung für die Türen
  • Audi virtual cockpit plus
  • Bang & Olufsen Premium Sound System mit 3D-Klang
  • digitaler Radioempfang
  • Audi smartphone interface
  • Assistenzpaket Stadt
  • Umgebungskameras
  • Head-up Display
  • adaptive air suspension sport
  • Dynamik-Allradlenkung
  • Sicherheitspaket
  • Panorama-Glasdach (einteilig)

Exterieur

Hier bleibt sich der Audi A8 treu – meiner Meinung nach hat sich am äußeren Kleid fast nichts geändert im Vergleich zum Vorgänger. An der Front ist die markanteste Änderung der Kühlergrill, der jetzt noch größer geworden ist und dadurch aggressiver wirkt. Am Heck fällt natürlich sofort das durchgehende Lichtband auf, dass meiner Meinung nach schon sehr edel wirkt.

Durch das hier verbaute, optionale Sport-Exterieurpaket wirkt der Audi A8 noch ein bisschen sportlicher. Die dezent ausgestellten Spoiler an der Frontstoßstange und die schwarzen Lufteinlässe an der Front sorgen für eine dynamischeren Auftritt. So richtig sportlich will der Audi A8 50 TDI aber auch überhaupt nicht aussehen, schließlich ist es eine Luxuslimousine, die durch andere Werte überzeugen möchte.

Interieur

Im hochwertig verarbeiteten Innenraum geht es sehr übersichtlich zu. Der ein oder andere fragt sich sicher direkt, wo denn die ganzen Knöpfe und Schalter hingekommen sind. Auffällig ist sofort, dass in der Mittelkonsole direkt zwei Touchscreen-Bildschirme übereinander verbaut sind. Das obere Display ganz klassisch zur Bedienung des Infotainments und das untere, etwas kleinere Display zur Steuerung der Klimabedienung und der anderen Dinge, die man sonst klassischerweise über Schalter bedient.

Die Komfortsitze in Sportoptik sind sehr erhaben und perfekt verarbeitet. Das relativ glatte Leder von Audi finde ich persönlich sehr angenehm. Bei längeren Fahrten hat man das Gefühl, dass die Sitze am eigenen Körper entwickelt wurden. Wahnsinnig bequem!

Die verbauten Dekoreinlagen aus Nussbaum sind sehr hochwertig und fassen sich schön an. Die Lüftungsausströmer werden bei Nichtbenutzung des Gebläses durch das edle Nussbaumholz verdeckt, wie man es aus dem VW Phaeton bereits kennt. Ein sehr schönes Gimmick.

Motor (EA897evo2): der größte Kritikpunkt

In der Theorie hört sich das alles ganz schön an. Das Herzstück, ein Sechszylinder-Dieselaggregat mit 3 Litern Hubraum und Turboaufladung leistet 286 PS und 620 Nm Drehmoment. Wirklich ein Traum – vor allem wenn man bedenkt, dass der „alte“ 3-Liter-Diesel mit 272 PS ein äußerst souveräner und geschätzter Motor war (siehe Audi A6 3.0 TDI C7).

Beim zweiten Blick auf das Datenblatt wird man aber stutzig, da angegeben ist, dass das max. Drehmoment von 620 Nm erst ab 2.250 U/min zur Verfügung steht. Zuerst dachte ich, es würde sich um einen Schreibfehler handeln, da der Audi A8 50 TDI vor der Euro 6d-Norm mit demselben Motor 600 Nm ab 1.250 U/Min leistete. Direkt beim ersten Anfahren merkt man aber deutlich, dass es sich nicht um einen Druckfehler handelt.

Man steht an der Ampel, drückt das Gaspedal schlagartig voll durch und es passiert genau nichts. Nach gefühlt 2-3 Sekunden setzt sich das Fahrzeug gemütlich in Bewegung. Bis die Drehzahl von 2.250 U/min erreicht ist passiert nichts Spektakuläres. Sobald das volle Drehmoment zur Verfügung steht ist der Punch voll da und man wird auch in den Sitz gedrückt, aber die Souveränität ist komplett verloren gegangen. Auch auf der Autobahn muss das Getriebe immer hektisch die Gänge wechseln beim Beschleunigen. Manchmal sogar zwei oder drei Gänge runterschalten.

Das gab es beim „alten“ 3-Liter-Diesel nicht. Man war der schnellste an der Ampel, wenn man denn wollte und vor allem hatte er die Kraft auch im höchsten Gang bei niedriger Drehzahl, was ein runterschalten häufig überflüssig machte.

Mit der Anpassung des Motors auf die Abgasnorm Euro-6d ist leider der ganze Charme an dem Fahrzeug verloren gegangen. Ein Dieselfahrzeug so fahren zu müssen, als wäre es ein Benzinfahrzeug macht auf Dauer keinen Spaß. Gerade das hohe Drehmoment bei niedriger Drehzahl ist für mich ein Argument für den Diesel. Schade! Ich denke man hätte das durchaus besser lösen können.

Getriebe: 8-Gang-Wandlerautomatik

Ich denke nicht, dass das Getriebe die Ursache für die „Anfahrschwäche“ des Motors ist. Schließlich war die erste Motorengeneration davon nicht betroffen (Euro-6). Auch hier war schon dasselbe 8-Stufen-Wandlergetriebe verbaut. Somit schließe ich das Getriebe hier als Ursache aus.

Das Getriebe macht seinen Job an sich sehr gut. Es ist harmonisch abgestimmt, sodass man von den Gangwechseln in der Regel nicht viel mitbekommt. Jedoch gibt es Situationen, in denen das Getriebe seine Harmonie verliert. Im Stadtverkehr ruckt es hin und wieder gerne mal (gerade beim wiederholten Anfahren und Abbremsen). Der Motor ist in der Lage sich beim Heranrollen an die Ampel schon unterhalb von 22 km/h abzuschalten (dazu später mehr). Wird der Motor während des Rollens durch einen Gasstoß wieder aktiv, so knallt das Getriebe die Gänge gerne mal deutlich spürbar rein.

An sich ist das Meckern auf sehr hohem Niveau, jedoch sollten solche Sachen bei einer Oberklasselimousine nicht auftreten.

Fahrwerk

Erstaunt war ich über das adaptive Luftfahrwerk mit sportlicher Abstimmung, welches bei Audi „adaptive air suspension sport“ genannt wird. Im Komfort-Modus ist das Fahrwerk wirklich sehr komfortabel und dämpft alle Unebenheiten gekonnt weg.

Jedoch war das Fahrwerk im Dynamik-Modus auch ordentlich straff. Hier ist die Spreizung zwischen Komfort und Sport meiner Meinung nach besser gelungen als im BMW 7er. Der einzige Unterschied zum normalen adaptiven Luftfahrwerk (ohne sport) ist, dass die Dämpfer im Dynamik-Modus noch einen ticken härter sind und das Fahrzeug um 10 mm tiefer als mit dem „normalen“ Luftfahrwerk ist. Beide Varianten senken das Fahrzeug im Dynamik-Modus um einen vorgegebenen Wert ab, sodass der Schwerpunkt niedriger ist, was insbesondere auf schnellen Autobahnetappen ein Stück Sicherheit vermittelt.

Mild-Hybrid: 48-Volt-Bordspannung

Durch einen speziellen Riemen-Starter-Generator mit 12 kW Rekuperationsleistung und einer Lithium-Ionen-Batterie mit 10 Ah und 48-Volt-Spannungslage ist der Audi A8 in der Lage seinen Motor während der Fahrt auszuschalten und zu segeln. Dies passiert in einem Geschwindigkeitsbereich zwischen 55 und 160 km/h (bis zu 40 Sekunden lang). Beim Heranrollen an die Ampel schaltet sich das Start-Stopp-System bereits unterhalb von 22 km/h ein, was ebenfalls zu einem niedrigeren Verbrauch führt.

Da ein Rekuperieren oftmals sinnvoller ist, als Segeln, entscheidet das Fahrzeug anhand der Frontkamera selbst ob das Fahrzeug den Motor ausschaltet oder nicht. Im Test funktionierte das sehr gut. Sobald ein langsameres Fahrzeug vor mir gefahren ist, ging der Motor nicht aus. Stattdessen wurde die Bremsenergie genutzt, was effizienter ist.

Infotainment: MMI Touch Response

Im Audi A8 50 TDI kommt natürlich alles an Technik rein, was die Audi AG so zu bieten hat. Neben dem Virtual Cockpit, welches in 1.920 x 720 Pixel auflöst, ist natürlich ein Head-Up-Display verbaut, welches alle wichtigen Informationen direkt im Sichtfeld an die Windschutzscheibe projiziert. Beides kennt man natürlich schon aus anderen Audi-Modellen, weshalb ich darauf nicht näher eingehen werde.

Grundlegend geändert hat sich das Bedienkonzept in der Mittelkonsole. Dort sind zwei Touchscreen-Displays verbaut, welche in der Lage sind, haptisches Feedback zu geben (in drei Intensitätsstufen). Somit fühlt es sich an, als würde man „echte“ Knöpfe drücken. Das hat Audi wirklich sehr gut hinbekommen.

Der obere Bildschirm hat eine Größe von 10,1 Zoll (1.540 x 720 Pixel) und der untere Bildschirm misst 8,6 Zoll (1.280 x 660 Pixel). Beide Displays lösen gestochen scharf auf und reagieren auf Eingaben sehr flott. Der obere Touchscreen ist die primäre Anzeige des Infotainments und der Fahrzeugeinstellungen. Das untere Display dient primär der Klimabedienung, jedoch auch als Tastatur bzw. als Touchpad für das Navigationssystem. Anders als in den Vorgängern, kann man auf das Display direkt das ganze Wort „malen“ und muss nicht mehr jeden Buchstaben einzeln „malen“.

Alternativ kann man das Fahrzeug auch per Sprachbefehle bedienen, was sehr intuitiv von statten geht. Per Sprachbefehl lässt sich nicht nur das Infotainment- & Navigationssystem bedienen, sondern auch die Klimaanlage. Ein Einfaches „mir ist kalt“ reicht aus, um die Temperatur zu erhöhen.

Soundsystem: aus dem Hause Bang & Olufsen

Für den ultimativen Musikgenuss stehen dem Käufer zwei aufpreispflichtige Extras zur Verfügung. Diese kommen aus dem Hause Bang & Olufsen.

Serienmäßig sind 10 Lautsprecher und ein 180-Watt-Verstärker verbaut.

Das „Premium Sound System“ bietet mit 17 Lautsprechern und 730-Watt-Verstärker mit 1.200,00 € Aufpreis meiner Meinung nach am meisten fürs Geld.

Das „Advanced Sound System“ bietet für 6.500,00 € Aufpreis ganze 23 Lautsprecher und einen 1.920-Watt-Verstärker – außerdem fahren die Hochtöner vorne aus dem Armaturenbrett aus, was optisch sicher ein Hingucker ist.

Im Mietfahrzeug war das „kleine“ System (Premium Sound System) verbaut, was meiner Meinung nach völlig ausreichend ist. Der Klang ist wirklich sehr gut. Das Soundsystem hat auch genügend Punch, wenn man mal etwas lauter aufdreht.

Der größte Kritikpunkt war bei Audi eigentlich immer, dass der Subwoofer im Fond zu sehr wahrnehmbar war. Das liegt daran, dass Audi die Subwoofer auf der Hutablage platziert. Bei BMW zum Beispiel, sind die Subwoofer unter den Vordersitzen zu finden. Audi hat das Problem erkannt und spendiert den Subwoofern nun einen eigenen Stahlträger, um die Akustik zu verbessern, was auch gelungen ist. Außerdem verbaut Audi in den Türen 3-Wege-Lautsprecher, was bei der Konkurrenz nicht immer der Fall ist. Durch diese Lautsprecher erhält der Hörer absolut fein aufgelöste und gehaltvolle Mitten, was mir sehr gefällt.

Letztendlich gefällt mir das Soundsystem von Audi ein Stück besser als das von BMW, jedoch ist das sicherlich Geschmackssache und meckern auf sehr hohem Niveau.

Beleuchtung: ein großes Thema im neuen Audi A8

Die Beleuchtung ist beim neuen Audi A8 sicherlich ein großes Thema. Egal ob innen oder außen.

Im Innenraum fällt besonders das Kontur-Ambientelicht (leider im Mietfahrzeug nicht verbaut) auf, welches eine absolute Wohlfühl-Atmosphäre schafft. Außerdem findet sich im Innenraum eine aufpreispflichtige Matrix-LED-Leseleuchte, die für eine gezielte Ausleuchtung sorgt. Ob man’s braucht? Vielleicht. Außerdem überrascht Audi durch kleine Akzente, wie zum Beispiel den beleuchteten Gurtschlössern oder einer kleinen Animation seitlich am Dachhimmel beim Einsteigen.

Von außen fällt natürlich sofort das durchgehende Lichtband am Heck auf. Die Rückleuchten begrüßen den Fahrer beim Aufsperren und Verabschieden ihn beim Zusperren mit einer Animation. Auch das Tagfahrlicht an der Front ist dementsprechend animiert. Wirklich großartig!

Das Matrix-LED-Fernlicht sorgt für die nötige Sicherheit bei Nacht. 32 einzeln regelbare LEDs sorgen pro Scheinwerfer für eine sehr gute Ausleuchtung bei Nacht. Optional kommt ab Tempo 70 noch eine Lasereinheit zum Einsatz, die einen Laser-Spot auf die Straße projiziert, der mehrere hundert Meter weit leuchtet. Einfach genial!

Fazit

Mit dem neuen Audi A8 50 TDI hat die Audi AG ein sehr schönes Fahrzeug entwickelt. Vollgestopft mit der kompletten Technik, die der Konzern so zu bieten hat. Viele Assistenzsysteme und die wirklich perfekten Sitze machen das Fahren um einiges entspannter. Schade finde ich, dass die Entwickler das ruppige bzw. träge Anfahrverhalten des Motors nicht in den Griff bekommen. Abgasnorm hin oder her – andere Hersteller schaffen das ja auch.

Bilder

Exterieur

Interieur

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