Audi A6 Avant (C7) 3.0 TDI quattro | Sixt Nürnberg-Zentrum

Anmietung

Endlich war es so weit – die erste Miete in 2019! Da mein privates Fahrzeug nur noch bis Mai 2019 Garantie hat, wollte ich erstmal mit diesem die anstehenden Kilometer abspulen, jedoch hat es mich doch zu sehr in den Fingern gejuckt. Ich war jetzt fast 3 Monate „clean“ – ohne Mietwagen.

Also ganz spontan eine LDAR-Buchung (Audi A6, BMW 5er oder ähnlich) bei meiner Stammstation Sixt Nürnberg-Zentrum eingespielt. Ob mich die Mitarbeiter dort noch kannten? Ich war nicht so sicher. Vielleicht sind ja auch schon neue Mitarbeiter in der Station?

Kurz vor Mietbeginn war ich in der Station angekommen. Ein freundliches „Guten Tag, Herr Grundler!“ begrüßte mich direkt. Erleichterung. Alles noch beim Alten! Nach kurzem Smalltalk kamen wir auch schon zur Fahrzeugwahl.

Ich hätte einen Audi A6 (als Limousine) oder einen VW Touareg haben können. Nachdem der Mitarbeiter meinte, der A6 wäre gestern erst zugelassen, ging ich eigentlich vom „neuen“ Audi A6 (Generation C8) aus. Der sollte es wohl werden. Ich staunte nicht schlecht, als er dann mit dem „alten“ A6 (Generation C7) vorgefahren ist – der ist mir ja noch lieber!

Als dann aber ein weiterer Audi A6 – diesmal als Kombi vorgefahren ist, bat ich den Mitarbeiter darum, erst den anderen Kunden noch zu bedienen und im Falle einer Rückgabe mir das Fahrzeug zu tauschen. Der Audi A6, der zurück kam hatte nämlich die S-Line Ausstattung mit Sportfahrwerk und 19 Zoll Felgen auf Winterreifen. Da ich den Audi A6 (C7) schon etliche Male hatte und noch nie die S-Line Ausstattung erwischt habe, kenne ich die Ausstattung ohne S-Line recht gut. Somit war auch das mal wieder was Neues.

Der Kunde wollte tatsächlich abgeben und so erhielt ich einen Audi A6 Avant, der am 06.02.2019 zugelassen wurde und gerade 250 km auf dem Tacho hatte. Ich war mehr als zufrieden.

Fakten

Vermieter: Sixt

Anmietstation: Nürnberg Zentrum

Rückgabestation: Nürnberg Zentrum

Gebuchte Klasse: LDAR

Erhaltene Klasse: LWAR

Erhaltenes Fahrzeug: Audi A6 Avant 3.0 TDI (C7) quattro

Bruttolistenpreis: 87.895,00 €

Leistung: 272 PS

Kilometerstand bei Abholung: 256 km

Gefahrene Kilometer: 1.259 km

Verbrauch: ca. 10,2 Liter/100 km

Mietzeit: 3 Tage

Bereifung: Winterreifen auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen

Ausstattung

Folgende Ausstattung war auf der Haben-Seite:

  • S-Line
  • S-Line-Sportfahrwerk
  • 19 Zoll Leichtmetallfelgen
  • Nachtsichtassistent
  • MMI (inkl. DAB)
  • Bose Soundsystem
  • Panorama-Schiebedach
  • Komfortzugang
  • ACC
  • Memory-Sitze
  • 4-Zonen-Komfortklimaautomatik
  • Sitzheizung vorne & hinten
  • Rückfahrkamera
  • Anhängerkupplung
Die S-Line-Ausstattung sorgt für mehr Sportlichkeit

Die anderen Modelle haben statt den ersten 4 Ausstattungsoptionen meist ein Head-Up-Display (HUD), das Matrix-LED-Licht und ein Luftfahrwerk (Adaptive Air Suspension).

Exterieur

Breit, flach und aggressiv – mir gefällt die Optik des Audi A6 einfach sehr gut. Das S-Line-Sportfahrwerk, dass den Schwerpunkt des Fahrzeugs um 30 mm absenkt in Verbindung mit den schönen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen machen optisch wirklich einiges her. Das Fahrzeug wirkt von außen – obwohl es schon den Nachfolger gibt – absolut modern. Die Linienführung inklusive der nach außen gewölbten Konturen der Motorhaube verleiht dem Fahrzeug eine dezente Aggressivität.

Interieur

Beim Einsteigen in den A6 kam mir direkt der Geruch von neuem Leder entgegen. Jedoch ist der Innenraum nicht mehr ganz auf dem Stand der Technik und wirkt auf mich ein wenig altbacken – meiner Meinung nach der Hauptkritikpunkt am A6 C7. Das Display des Navigationssystems versenkt sich automatisch im Armaturenbrett – der Rest sieht relativ Audi-typisch aus. Der Innenraum war sauber verarbeitet und fühlte sich sehr hochwertig an.

Innenraum: Verarbeitung auf hohem Niveau, jedoch technisch nicht up2date

Die Sitze sind unglaublich bequem und lassen sich umfangreich verstellen. Eine elektrische Sitzverstellung inklusive einer Memory-Funktion war mit an Bord. Die 4-Wege-Lordosenstütze (elektrisch) sorgte für den Feinschliff.

In der Mittelkonsole – finde ich – sind zu viele Knöpfe mit denen man das MMI bedienen muss – dadurch wirkt das Bediensystem wenig intuitiv. Was mich dauernd störte, dass man den Drehknopf in die entgegengesetzte Richtung drehen musste um sich durch das Menü zu bewegen. Aber wahrscheinlich nur eine Gewohnheitssache.

Motor, Getriebe und Fahrwerk

Der Sechszylinder-Diesel raunt kurz nach dem Drücken des Startknopfs auf. Audi hat es tatsächlich geschafft, dass Nageln des kalten Dieselmotors zu unterdrücken. Stattdessen hört man ein leises Raunen, während der Motor auf weitere Befehle wartet.

Dank des Quattro-Antriebs bringt der Audi A6 die 272 PS und 580 Nm super auf die Straße. Zu keiner Zeit war der extreme Vortrieb durch durchdrehende Räder oder ein quer stehendes Heck beeinträchtigt.

Die maximale Systemleistung von 272 PS entfaltet der Audi A6 zwischen 3.500 U/min – 4.250 U/min, jedoch liegt das maximale Drehmoment von 580 Nm bereits ab 1.250 U/min an, was ihn beim Ampelstart auch ordentlich lossprinten lässt.

Zum Vergleich: der neue Audi A6 (C8) leistet 286 PS (bei 3.500 U/min) und ein maximales Drehmoment von 620 Nm – jedoch erst bei 2.250 U/min. Das ist leider der größte Kritikpunkt am neuen A6. Dadurch wirkt der neue A6 deutlich träger im Vergleich zu seinem Vorgänger.

Wer noch schneller durchstarten will sollte unbedingt mal die Launch-Control des Audi A6 ausprobieren. Dazu muss die Start-Stopp-Automatik abgeschalten werden – das ESP durch langen Druck komplett deaktiviert werden und von „D“ auf „S“ geschalten werden. Linker Fuß auf die Bremse, rechter Fuß aufs Gas – die Drehzahl schießt bis ca. 4.000 U/min hoch. Beim Loslassen der Bremse gibt es einen gewaltigen Nackenschlag und das Getriebe knallt die Gänge nur so rein um nach 5,7 Sekunden bereits Tempo 100 erreichen zu können. Der Wahnsinn! Schluss ist laut Tacho bei 260 km/h, jedoch tut sich der Audi A6 ab 220 km/h ein wenig schwerer die maximale Geschwindigkeit zu erreichen.

Bei normaler Fahrweise schaltet das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe butterweich und lässt einen Glauben, dass eine Wandlerautomatik verbaut ist. Selbst beim Anfahren oder Rangieren sind keine „Ruckler“ zu vernehmen. Ein manuelles Schalten über den Schalthebel ist möglich, jedoch umständlich. Ich persönlich bevorzuge Schaltwippen am Lenkrad, die jedoch in diesem Mietwagen nicht verbaut waren – hätte ich bei S-Line jedoch schon erwartet. Jedoch muss man sagen, dass ein manuelles Schalten zu keiner Zeit notwendig war, da das Getriebe eine super Arbeit verrichtet.

Das Sportfahrwerk ist natürlich vom Komfort her eine ganz andere Hausnummer als das Luftfahrwerk. Gerade in Verbindung mit den 19 Zoll Felgen poltert es schon ordentlich, sofern man mal das ein oder andere Schlagloch überfährt. Dadurch liegt der Audi A6 aber auch bei hohen Geschwindigkeiten noch besser auf der Straße. Es verleiht dem Auto wirklich noch einen Hauch mehr Sportlichkeit. Trotz des hohen Gewichts von knapp 2 Tonnen lässt sich das Auto wunderbar durch enge Kurven lenken ohne sich dabei bei schnellen Lastwechseln aufzuschaukeln. Die sehr gute Dynamiklenkung tut ihr übriges dazu.

Reifen

Normalerweise sind Mietfahrzeuge nicht die Aushängeschilder was die Reifen angeht, da diese meist ab Werk mit Allwetterreifen bestückt werden. Natürlich gibt es auch einige Fahrzeuge mit echten Sommerreifen oder Winterreifen. In diesem Fall sogar sehr gute Winterreifen in Form von Michelin Pilot Alpin in der Größe 235/45R19 99V. Die Reifen in Verbindung mit dem intelligenten Allrad-Antrieb haben eine außerordentlich gute Figur gemacht. Nie waren die Reifen am durchdrehen, selbst in schnellen Kurven war es schon wirklich schwer den Reifen ein leichtes quietschen zu entlocken.

Nachtsichtassistent

Ein absolutes Highlight war für mich der Nachtsichtassistent, den ich bislang noch nicht selbst testen konnte. Da ich auf dem Land lebe und gerade Nachts die Gefahr von Wildwechsel sehr groß ist, empfand ich den Nachtsichtassistent als gute Sache. Personen erkennt das System zuverlässig und blendet diese entweder gelb (Straßenrand, etc.) oder rot (direkter Gefahrenbereich vor dem Fahrzeug) auf dem Display ein. Zusätzlich erfolgt bei einer Erkennung im roten Bereich eine akustische Warnmeldung.

Das System basiert auf einer Wärmebildkamera die ganz unauffällig im linken Audi-Ring installiert ist und mit einer eigenen Waschdüse ausgestattet ist, sodass eine klare Sicht jederzeit gewährleistet ist. Leider musste ich feststellen, dass das System überhaupt nicht auf Wildwechsel bzw. Tiere allgemein reagiert. Die Tiere sind zwar als weißer Punkt zu sehen (je wärmer desto heller) – jedoch hilft einem das nicht wirklich viel, da das System dann doch mehr ablenkt als es hilft wenn man die ganze Zeit auf den Monitor schauen muss.

Wärmebildkamera: von hier aus im rechten Audi-Ring zu finden

Verbrauch

Über die 1.259 km verbrauchte der A6 im Schnitt 10,2 Liter auf 100 km, was relativ viel war. Jedoch habe ich das Fahrzeug auch nur bis Kilometerstand 500 geschont – danach auch mal Vollgas. Mit Tempomat 140 km/h auf der Autobahn war auch ein Verbrauch von ca. 8 Litern möglich. Da der Mietwagen noch nagelneu war, komme ich mit dem Verbrauch klar. Ich weiß, dass ein bereits eingefahrener A6 weniger verbraucht. Da wären es bei gleicher Fahrweise unter 10 Liter gewesen.

Langzeitverbrauch
Kurzzeitverbrauch bei 140 km/h mit dem Tempomaten

Neu vs. Alt – Vergleich Generation C8 vs. C7

Im direkten Vergleich ist der neue A6 natürlich ein würdiger Nachfolger. Das Interieur gefällt mir wesentlich besser und die Bedienung über zwei große Touchscreens sowieso. Das Feedback, dass man bekommt wenn man den Touchscreen berührt ist gigantisch. Es fühlt sich an, als würde man eine echte Taste drücken.

Auch die Assistenzsysteme insbesondere das ACC hat ein spürbare Weiterentwicklung erfahren. Noch vorausschauender, noch sanftere Bremsvorgänge.

Die Motor-Getriebe-Kombination steht beim neuen A6 als 50 TDI (3.0 Diesel mit 286 PS) sehr oft in der Kritik. Meiner Meinung nach ist das auch der größte Kritikpunkt überhaupt. Wahrscheinlich aber nicht anders möglich wegen den Abgaswerten. Der normale Fahrer wird das wahrscheinlich nicht mal merken. Das zügige Anfahren dauert einen Ticken länger und auf der Autobahn muss erst ein oder zwei Gänge zurück geschalten werden, damit die volle Leistung bzw. das Drehmoment da ist. Was dann kommt, ist mindestens genauso eindrucksvoll wie es die 272 PS im C7 schon waren. Die 286 PS Leistung sind schon vorhanden. Jedoch sind diese nicht immer direkt abrufbar. Ein Diesel glänzt normalerweise mit Durchzug von unten weg. Der C8 verhält sich aber eher wie ein Benziner, indem er erst zurückschalten muss.

Durch die wirklich sehr gute 8-Gang-Wandlerautomatik sind Gangwechsel fast überhaupt nicht zu spüren – gerade deshalb wird es vielen Leuten bei normaler Fahrweise nicht groß auffallen. Solange ich jedenfalls die Wahl habe, bevorzuge ich das alte Modell – der Fahrspaß ist dabei garantiert.

Fazit

Sicherlich fragt ihr euch, warum ich erst jetzt einen Bericht zu diesem wunderschönen Fahrzeug schreibe – ehrlich gesagt frage ich mich das auch. Der Audi A6 als 3.0 TDI hat es einfach verdient und ich würde ihn jederzeit dem aktuellen Modell vorziehen. Da Sixt gerade noch eine große Welle der alten Modelle bekommen hat, hoffe ich darauf, diesen Mietwagen in den nächsten 6 Monaten noch das ein oder andere Mal fahren zu dürfen.

Rückgabe

Die Rückgabe verlief problemlos – als ich in die Station kam hatte der RSA jedoch gerade Kundschaft und es zeichnete sich ab, das es wohl länger dauern könnte. Da ich die Station aber nie ohne Rückgabeprotokoll verlasse blieb mir nichts anderes übrig als zu warten. Nach ein paar Minuten kamen zwei Checker in die Station und ich habe gefragt ob einer von beiden schnell ein Fahrzeug einchecken könnte. Er meinte, ich soll den Schlüssel einfach auf den Tresen legen. Das verneinte ich, da ich ein Rückgabeprotokoll brauchte. Da der Checker mich nicht kannte, war er verwundert, dass ich am Sonntag den Mietwagen sogar gewaschen und gesaugt zurückgebracht habe. Nach einem kurzen Smalltalk verabschiedete ich mich.

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